Juwelen im Schwarzwald

168 Die Fauststadt Staufen Edelmetall spielt eine entscheidende Rolle im Aufstieg des Marktfleckens Staufen zur Fauststadt. Schon im frühen Mittelalter wurden hier die Silberschätze der Münstertäler Bergbaureviere umgesetzt. Um Gold sollte es gehen, als 1538 der berühmt-berüchtigte Alchimist Dr. Faust von den Burgherren Staufens gerufen wurde, um aus dem Blei- glanz der Münstertäler Minen das begehrte Edelmetall zu schaffen. Die Geschichte fand ein so teuflisches Ende, dass neben Johann Wolfgang von Goethe eine erkleckliche Zahl weiterer Poeten davon befruchtet wurden. Heute turnt zwar gelegentlich ein Mephisto durch Staufens Gassen – dem vitalen Geschäftsleben im autofreien Stadtkern kann er jedoch nichts anhaben. So manche Freiburgerin zieht es nach Staufen, wenn es um das besondere Shoppen gehen soll. Missionar schon bald ein Märtyrer wurde, beschert uns bis heute ein lebendiges Kloster. Um 800 gründeten es die Benediktiner. Heute lässt sich die umfangreiche barocke Anlage als viertes Kloster an dieser Stelle erleben, welches seit 1920 von den Schwestern des hl. Joseph bewohnt und bewirtschaftet wird. Noch heute ist St. Trudpert der geistige und kulturelle Mittelpunkt des Münstertals. Dieses wird von den Einheimischen liebevoll „Tal der hundert Täler“ genannt – und wirklich: Der Neumagen und seine vielen Zuflüsse haben ein wahres Landschaftskunstwerk erschaffen. Blumenbunte Wiesen und Weiden wechseln mit tannengrünen Bergwäldern und tiefen Schluchten ab. Markante Schwarzwaldhöfe und ihre Kulturflächen gliedern die Hänge. Wer eintauchen möchte in eine traditionelle Schwarzwälder Landschaft, hat hier seinen Platz gefunden. Staufen Kloster St. Trudpert im Herbst Historische Fassaden in Staufen Burg Staufen

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